An meine Mama,
wie viele Jahre sind vergangen mit dir an meiner Seite in diesem Leben,
durch so viele Gezeiten haben wir uns Mur, Kraft und Halt gegeben.
Es gab Zeiten, da wollte ich mit dir noch weglaufen, egal wohin auch immer,
wir hatten Zeiten und Erlebnisse, da wurde das Schlimme immer nur schlimmer.
Ich habe dich so oft verzweifeln gesehen, zerbrechen an allem um dich,
aber du hast nie aufgegeben, weiter gekämpft und das vor allem für mich.
Egal was auch kam, egal wie hart der Tag beginnen hatte, oder wie er verlief,
du hast alles zusammen gehalten, alle versorgt, geschaut das alles weiter lief.
Trotz Schmerzen bist du jeden Tag aufgestanden und hast deine Arbeit gemacht,
einen Dank für all dein Tun habe ich dir damals leider nicht entgegen gebracht.
Ich habe so vieles als selbstverständlich hingenommen vieles nicht gesehen,
ich hatte ja keine Ahnung was du hier vollbringst, ich konnte es nicht verstehen.
Ich habe dir vieles im Leben erschwert und dir oft die Stirn geboten, mich quergestellt,
ich habe vieles zerstört und dich vieles tragen lassen. Ich lebte in meiner egoistischen Welt.
Ich habe dein Klagen gar nicht wahrgenommen, warum auch, mir ging es ja gut,
und dich packte vor Verzweiflung über meine Ignoranz nicht selten Ablehnung und Wut.
Erst wie gejagte zusammengehalten, dem Peiniger entflohen, dann endlich frei,
wurden wir zu Gegnern und bekämpften uns gegenseitung, behielten das alte Leben bei.
Anstatt die Freiheit und das neue Leben zu genießen führten wir das alte ohne den Peiniger fort,
wir beschuldigten uns beide an zu vielen Tagen, konnten uns nicht mehr verzeihen, nicht ein Wort.
Verbittert und getrennt von einander ging jeder seinen eignen Weg im Leben,
doch wie gut, dass Gott unsere Wege wieder gekreuzt hat, er hat uns eine neue Chance gegeben.
Und jetzt, viele Jahre später, blicke ich zurück und erkenne warum vieles so geworden ist,
jetzt wo ich selbst Kinder habe, begreife ich deinen Wert, und erkenne wer du wirklich bist.
Jetzt nach vielen Jahren sehe ich was ich vorher gar nicht sehen konnte, was mir verborgen war,
Jetzt als Mama verstehe ich dich so viel besser, ja jetzt wird mir vieles unverständliche so klar.
Mama, es tut mir so leid, ich habe so viele Fehler gemacht, dich leider so oft verletzt,
ich habe dir viel Schuld an dem Scheitern der Ehe gegeben, denn ich war blind, doch jetzt,
jetzt verstehe ich auch dein Verhalten im Umgang mit ihm, denn ich war genau so,
der einige Unterschied war Gott, der an meiner Seite war, und darüber bin ich unendlich froh.
Ich weiß nicht wie viele Jahre uns hier auf Erden noch bleiben, ich weiß es leider nicht,
ich kann dir nicht einmal sagen wie sehr ich dich liebe, weil kein Wort der Liebe entspricht.
Aber ich weiß, ich liebe dich und danke Gott für jeden neuen Tag den er uns schenkt,
und egal was auch kommt, ich vertraue ihm, dass er alles in die richtige Richtung lenkt,
egal wie es kommt, oder was auch geschieht ich danke ihm für die Erkenntnis,
dass ich begriffen habe was und wer du wirklich bist und eines ist Gewiss,
egal wann hier die Zeit auch enden mag, wann auch immer einer von uns geht,
es endet nur für eine kurze Zeit und nur hier unten, dann kommt was in der Bibel steht.
Dann werden wir alle aufgeweckt und in das neue Reich gerufen, in die Ewigkeit,
unsere Tränen werden getrocknet, verlorengegangenes vereint, in einer neuen Zeit.
In einer neuen Welt, voller Hoffnung und Liebe, kein Leid mehr, kein Schmerz,
dann sind wir wieder alle zusammen, mit Gott verbunden durch seine Liebe im Herz.